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Lee Scratch Perry’s Vision of Paradise

Porträt des Reggae-Pioniers als Gesamtkunstwerk

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ZITTY-Bewertung: 3/5

ZITTY-Bewertung: 3/5

Den Namen Lee Perry las ich zum ersten Mal auf der LP „War Ina Babylon“ von Max Romeo Ende der 70er-Jahre in einer Grabbelkiste. „Produced & engineered by Lee Perry” sagte mir als Punkrock liebender Teenager gar nichts. Doch alsbald stellte ich fest, dass Perrys genial-sparsame Produktion dieser Reggaeplatte, die totale Reduktion auf ein musikalisches Grundgerüst, gar nicht weit von dem entfernt war, was mir sowieso gefiel. Und war die „Burn down Babylon“-Haltung der Rastas nicht die Entsprechung zu „No Future“?

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Lee Perry

Lee Perry

Der mittlerweile 80-jährige und unvermindert aktive Perry tritt noch heute jeden Tag ein Bild der britischen Königin mit Füßen – und zwar wortwörtlich in seiner Schuhsohle. Das zeigt er dem Filmemacher Volker Schaner, der ihn für dieses Porträt über mehrere Jahre besucht und gefilmt hat. Und Perry dabei nicht nur als Plattenproduzenten präsentiert, sondern als Gesamtkunstwerk: Musiker, Poet und schräger Schamane. Schaners Haltung dazu ist distanzlos-komplizenhaft – wohl die einzige Möglichkeit, diesem faszinierenden Charakter wirklich nahe zu kommen. Am schönsten bringt es der deutsche Musiker Irmin Schmidt von Can auf den Punkt: Was ihn an Perry immer fasziniert habe, so Schmidt, sei dessen kindhafte Freude an verrückter Poesie bei einem gleichzeitig strengen Formbewusstsein. Dem ist nichts hinzuzufügen.

D/GB/CH/JAM 2015, 100 Min., R: Volker Schaner

Der Beitrag Lee Scratch Perry’s Vision of Paradise erschien zuerst auf ZITTY.


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