Julie Delpy mal wieder in einer Komödie von Julie Delpy
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Seit Julie Delpy ihre Interessen in den frühen Nuller-Jahren auch auf die Filmregie ausgeweitet hat, erkundet die französische Schauspielerin in ihren Filmen vor allem die Mechanismen der Filmkomödie. Dabei interessiert sie sich weniger für stringent erzählte Geschichten mit subtilen Spannungsbögen, sondern mehr für knallige Gegensätze in der Charakterisierung der Figuren.
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In ihrem jüngsten Werk spielt Delpy die in der Modebranche arbeitende Pariserin Violette, die in Biarritz den freundlichen IT-Spezialisten Jean-René (Dany Boon) kennenlernt, der sich zu einem Anwärter auf den Platz an ihrer Seite entwickelt. Doch nicht Jean-Renés vermeintliche Provinzialität stellt sich als größter Feind der Beziehung heraus, sondern – was die beiden nicht ahnen – Violettes 19-jähriger narzisstischer Sohn Eloi (Vincent Lacoste), der es stets geschafft hat, noch jeden Mann an der Seite seiner Mutter zu vergraulen.
Doch so ganz bekommt Julie Delpy die Komödie um die amüsant-kindischen „Streiche“ von Eloi und ihre Folgen und das immer düsterer erscheinende Porträt des verzogenen Familienpsychopathen (dessen Verhalten ja auch ein Licht auf Violettes Kindeserziehung wirft – was „Lolo“ allerdings nie erörtert) nicht zusammen. Einmal mehr lässt ein Film voller seltsamer Stimmungswechsel Delpys Regietalent erahnen – doch der ganz große Wurf steht immer noch aus.
F 2015, 99 MIn., R: Julie Delpy, D: Julie Delpy, Dany Boon, Vincent Lacoste
Kinotermine
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