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Channel: Lars Penning – ZITTY
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Tanna – Eine verbotene Liebe

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„Romeo und Julia“ auf einer Insel im Südpazifik

ZITTY-Bewertung: 5/6

Eingeborene auf ihren vermeintlich paradiesischen Inseln zu zeigen, besitzt im Film eine Tradition, die bis zu den Anfängen des Kinos zurückreicht. Für die Menschen im Westen verband sich damit die Fantasie von einem Urzustand der Unschuld. Doch was, wenn das Paradies gar keines ist und sich die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse dort als genau so komplex erweisen wie anderswo?

Tanna
Foto: Kairos / Philippe Penel

Die vom Dokumentarfilm kommenden Regisseure Martin Butler und Bentley Dean haben mit den Bewohnern eines Dorfes der im Süden des Archipels Vanuatu gelegenen Insel Tanna eine Geschichte erarbeitet, die ein Geschehnis aus den 1980er-Jahren widergibt: Wawa und Dain haben sich ineinander verliebt. Doch die Traditionen der patriarchisch geprägten Yakel-Gesellschaft kennen nur die arrangierte Ehe, und Wawa wird einem anderen Mann versprochen. Die Liebenden lehnen sich dagegen auf und fliehen.

Butler und Dean setzen das an Shakespeares „Romeo und Julia“ erinnernde Drama vor der spektakulären Kulisse eines mächtigen Vulkans in schönen Bildern in Szene, denen man das Interesse an Kultur und Brauchtum der überzeugenden Laiendarsteller anmerkt. Gleichwohl sind es westlich geprägte Bilder – welche Ausdrucksform hätten die Yakel wohl gefunden, wenn man ihnen die Kamera selbst in die Hand gedrückt hätte?

Tanna, AUS 2015, 104 Min., R: Martin Butler, Bentley Dean, D: Marie Wawa, Mungo Dain, Marceline Rofit, Start: 30.3.

Tanna – Eine verbotene Liebe

Der Beitrag Tanna – Eine verbotene Liebe erschien zuerst auf ZITTY.


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