Erhellende Einblicke in die europäische Agrarwirtschaft und was da so alles schief läuft

Wenn in Europa jedes Jahr 350.000 Bauernhöfe schließen, weil sich selbst für jene Bauern, die sich auf die propagierte Spezialisierung und Vergrößerung ihrer Betriebe eingelassen haben, der Job nicht mehr rechnet, muss man die Politik der EU wohl für gescheitert erklären. Doch die Verfechter einer neoliberalen Wirtschaft sagen: Neue Absatzmärkte in Asien und Afrika werden das Problem schon richten.
Den Regisseur Robert Schabus überzeugt diese Argumentation nicht. Er beleuchtet bäuerliche Betriebe in Österreich und lässt die Landwirte von ihren Problemen berichten; dazu gibt es Stimmen von Experten, Politikern und Lobbyisten sowie jene Bilder von Massentierhaltung, die wir alle lieber verdrängen.

Foto: Allegro Film
„Bauer unser“ ist einer der bislang -besten Filme zum Thema: informativ, klug argumentierend und stets darum bemüht, die Auswirkungen bestimmter Entscheidungen in einem komplexen und globalen System sichtbar zu machen. Die Zukunft einer Landwirtschaft, die unseren Planeten nicht ruiniert, so viel macht der Film deutlich, läge in kleinen Betrieben mit Direktvermarktung – während Politik und Industrie stur gegensteuern. Letztlich kommt es darauf an, dass der Konsument das überwindet, was hier die „kognitive Dissonanz“ genannt wird: Sich für faire Bioprodukte auszusprechen hilft nichts, wenn man dann im -Supermarktregal doch zur billigsten Milch greift.
A/B/F 2016, 92 Min., R: Robert Schabus
https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/bauer-unser/
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